Familienschwimmen im Bodensee

Familie Höhne/Wortelker – drei Schwimmer, ein See und jede Menge Herausforderungen

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Ein Artikel von Anke Höhne

Am letzten Augustwochenende ging es für uns als Familie (Anke, Karl und Sohn Oskar, 18) gemeinsam an den Bodensee, wo ein besonderes Schwimmabenteuer auf uns wartete.

Seit 15 Jahren bietet Oliver Halder verschiedene Strecken im Bodensee an und sorgt mit einem Begleitboot, einem Skipper und einem Observer (der das regelkonforme Schwimmen überwacht) für die sichere Begleitung von Schwimmern: Es gibt die einfache Breitenquerung von Friedrichshafen/Deutschland nach Romanshorn/Schweiz (ca. 11-12 km), die Dreiländerquerung (Lindau/Deutschland – Rohrschach/Schweiz – Bregenz/ Österreich, ca. 34 km) und die Längsquerung (Bodman/ Deutschland – Bregenz/Österreich, 64 km). Nähere Infos unter: www.bodenseequerung.de

Als Karl vor einem Jahr den Gedanken äußerte, er könnte ja mal eine Breitenquerung des Bodensees in Angriff nehmen, fand ich das gleich eine tolle Idee und verband sie mit der Frage an Oskar, wenn der Papa eine Strecke der Breitenquerung schwimmt, ob er nicht den Rückweg übernehmen würde. Oskars spontane Antwort war: „Warum nicht? Das wäre doch mal eine Herausforderung“. Da ich bereits vor fünf Jahren eine doppelte Breitenquerung geschwommen war, reizte mich an diesem Familienausflug an den Bodensee eine andere Distanz: die sog. Dreiländerquerung.

Am 2.September war es soweit und die Breitenquerung der Männer stand an. Es herrschten perfekte Wetterbedingungen: nahezu Windstille, ca. 30 Grad und Sonne satt. Oskar wollte als Erster starten um die Strecke in die Schweiz zu übernehmen. Karl würde ihn dann in Romanshorn ablösen und den Rückweg schwimmen. Somit traten sie nicht nur als Einzelschwimmer an, die jeweils eine Breitenquerung schwimmen wollten, sondern auch als Staffel, die gemeinsam eine doppelte Breitenquerung anstrebten.

Der Bodensee hat in diesem Jahr sehr viel weniger Wasser als üblich, was schon bei Oskars Start dafür sorgte, dass der Skipper ordentlich aufpassen musste, dass er sich in dem flachen Wasser nicht festfuhr (was er beinahe schaffte und Oskar zum Glück nicht mitbekam, da er schon konzentriert sein Schwimmen begonnen hatte). Oskar schwamm fokussiert, ohne ein einziges Mal zu fragen, wie weit es noch ist oder gar zu jammern seine Strecke ins Ziel. Nach 5:30 h erreichte er Romanshorn in der Schweiz und übergab den symbolischen Staffelstab an seinen Vater.

Karl schwamm zunächst mit etwas Gegenwind, wurde dann aber unerklärlicherweise langsamer, was wir uns an Bord nur mit einer Gegenströmung im Wasser erklären konnten, da sein Schwimmstil stabil und gleichmäßig aussah. Als wir ihm nach knapp drei Stunden Schwimmzeit mitteilten, welche voraussichtliche Gesamtzeit er benötigen würde, entschied er relativ schnell, dass er das Schwimmen dann jetzt beenden würde. Oliver Halder versuchte noch ihn zu ermuntern, dass er doch noch ein bisschen weitermachen und sein Schwimmen genießen könne. Karls trockene Antwort war jedoch „Ich genieße es aber nicht. Dann höre ich jetzt auf“. Das wiederum fand Oliver eine ziemlich coole Antwort, die er so noch nie von einem Schwimmer gehört hatte.

Mein Start zur Dreiländerquerung erfolgte drei Tage später in der Morgendämmerung in Lindau. Anfangs war es sehr windig und das Wasser entsprechend bewegt. Der Wind ließ im Lauf des Morgens zum Glück nach, aber auch ich war sehr viel langsamer unterwegs als erhofft. Besonders frustrierend waren die langen Passagen in sehr flachem Wasser, was den Skipper sogar dazu brachte auszusteigen und neben mir herzulaufen um den Boden seines Bootes im Auge zu behalten. Ich als Schwimmerin durfte mich aber nicht einfach hinstellen im Wasser oder gar laufen, da dies gegen die Regeln des Freiwasserschwimmens verstoßen hätte. Nach gut 15 km erreichte ich das Zwischenziel in Rohrschach in der Schweiz. Von dort ging es nach Bregenz/Österreich. Der Rückweg glich zum Teil dem Hinweg. Das Schwimmen wurde immer zäher für mich. War ich noch nicht ausreichend regeneriert nach meinem letzten langen Schwimmen in den USA (Lake Tahoe), das gerade erst 2,5 Wochen zurücklag? Aber auch bei mir spielte eine Gegenströmung zusätzlich mit rein, die mich ziemlich ausbremste. Nach fast 12 Stunden im Wasser und einer geschwommenen Distanz von 22,2 km (was ungefähr der doppelten Breitenquerung entspricht) entschied ich, dass ich das Schwimmen heute nicht erfolgreich beenden würde, da ich voraussichtlich mindestens weitere fünf Stunden hätte schwimmen müssen. Ein besonderes Highlight im Bodensee erfüllte mir dann noch der Skipper nachdem ich wieder an Bord war: Wir fuhren zum Rheinzufluss, den ich eigentlich schwimmend durchquert hätte auf meinem Weg nach Bregenz. Bis auf Oliver Halder sprangen wir alle ins Wasser und durchschwammen den Rheinzufluss in den Bodensee, bei dem die Wassertemperatur schlagartig um ca. 10 Grad abfällt. Auch hier war der Wasserpegel wieder so niedrig, dass wir fast durch den Rheinzufluss laufen konnten.

Auch wenn wir zwei „Alten“ unsere Schwimmziele am Bodensee in diesem Jahr nicht erreicht haben, waren es dennoch tolle Tage am, auf und im Bodensee. Vor allem waren wir mächtig stolz auf Oskar, der souverän sein erstes Langstreckenschwimmen gemeistert hat und freuten uns mit ihm über diesen Erfolg. Und wir waren sehr glücklich, als Familie diese Reise und die Schwimmen gemeinsam erlebt zu haben.

Die Details zu unseren Schwimmen aus Sicht des Veranstalters gibt es hier:
https://www.bodenseequerung.de/oskar-hoehne-peter-karl-wortelker-hamburg-ger/
https://www.bodenseequerung.de/anke-hoehne-hamburg-ger/