Cannstatt macht die Liga spannend - Schwerer Rückschlag im Kampf um Platz 5

Poseidon Hamburg verliert beim SV Cannstatt mit 7:11

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Das Team kämpfte, versuchte den Anschluss und hoffte auf eine Wende, als Mitte des letzten Viertels Kapitän Alexander Weik auf 6:8 verkürzte. (Archivfoto: Jens Witte)
Die Wasserball-Bundesliga hat ihre Spannung vollumfänglich zurück, und der SV Poseidon muss nun um den an versierten Playoff-Platz bangen: Die Hamburger verloren beim Vorletzten SV Cannstatt mit 7:11 (1:1, 1:2, 1:3, 4:5) und sorgen dafür, dass in den verbliebenen zwei Spieltagen der Gruppe B sich noch drei Mannschaften Hoffnung auf den für die Play-downs begehrten fünften Platz im Mittelfeld machen können. Mit Zugverspätung zum Spiel Es war ein Matchball, der vor den Hanseaten lag – ein Sieg beim SV Cannstatt und der fünfte Platz wäre den Hamburgern kaum zu nehmen gewesen. Doch die Poseidonen fanden in der Untertürkheimer Traglufhalle nie richtig ins Spiel. Schon die Anreise mit der Bahn war sehr holprig, der ICE hatte reichlich Verspätung. Ohne große Vorbereitung sprang das Team von Trainer Florian Lemke, 27, als vermeintlicher Favorit ins Wasser. Das Hinspiel hatte Hamburg mit 14:4 gegen die Süddeutschen klar gewonnen. Doch seitdem hat sich beim SV Cannstatt einiges geändert. Nach der Niederlage an der Elbe im Dezember trennte sich der Deutsche Meister von 2006 von Cheftrainer Jovan Radojevic und holte Meistertrainer Andras Feher wieder an den Beckenrand. Der 63-jährige Ungar sorgt seit dem für Auftrieb in Stuttgart. Mit Marton Sarosi und Uros Fabic waren auch zwei starke Spieler im Wasser, die in Hamburg fehlten und diesmal für fünf Tore sorgten. Poseidons Trainer Florian Lemke ist sprachlos Nach der Niederlage suchte Poseidons Trainer nach einer Erklärung. „Ich weiß es nicht so recht. Wir hatten uns sehr viel vorgenommen. Die Jungs waren durch die Zugfahrt mit unglaublichen Verspätungen alles andere als gut vorbereitet. Aber ich hatte das Gefühl, dass sie in der Halle alle hundertprozentig dabei waren“, so Lemke. Das Gefühl verflog allerdings recht schnell. Poseidon fing gut und beherrschte das Spiel. Center Jacob Marsh warf die Hamburger in der zweiten Minute in Führung, doch dann kämpfte sich Cannstatt zurück ins Spiel. Poseidon verlor die Kontrolle und traf nicht mehr. Das Spiel kippte. „Bei uns schleichen sich zu viele kleine Fehler ein. Auch unser Überzahlspiel ist meist erfolglos“, konstatiert Lemke. Das Team kämpfte, versuchte den Anschluss und hoffte auf eine Wende, als Mitte des letzten Viertels Kapitän Alexander Weik auf 6:8 verkürzte. „Uns fehlten zum Ende die Wechselmöglichkeiten“, so Lemke. Schmerzlich vermisst wurden die Stammspieler Claudio Sambito (Rotsperre), Jakob Haas (Uni) und Niklas Schmidt (verletzt). Poseidon ist geschlagen, das Spiel gelaufen. Cannstatt traf noch dreimal in der Schlussminute. „Unterm Strich ein verdienter Sieg für Cannstatt. Aber für uns wieder einmal unnötig“, sagt Lemke. „Ich weiß, was das Team kann und dass wir alle schlagen können. Dazu müssen wir aber vollzählig sein und immer einen guten Tag haben. Wir sind noch nicht so weit, dass wir alles kompensieren können.“ Poseidon muss kommenden Sonnabend bei Schlusslicht SV Würzburg gewinnen, um die Chance auf den fünften Platz zu wahren. Für Poseidon trafen: Michael Hahn 2, Patrick Weik 2, Jacob Marsh 2 und Alexander Weik 1.