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Entstehungsgeschichte des Wasserballs

Wasserball entstand Ende des 19. Jahrhunderts in England.  Zur eigentlichen Entstehung des Wasserballsports gibt es verschiedene Theorien.

 

Eine Theorie besagt, dass sich Wasserball als ein Zeitvertreib der Londoner Hafenarbeiter entwickelte. Diese warfen leere Fässer ins Hafenbecken und veranstalteten darauf Wettrennen. Um diese Rennen spannender zu veranstalten wurde später ein Ball hinzugefügt, der mit Hilfe eines Stabes vorangetrieben werden musste.

 

Laut einer anderen Theorie wurden Mitte des 19. Jahrhunderts Schwimmwettkämpfe in England immer populärer. Um diese Wettkämpfe attraktiver und spannender zu gestalten und so den Schwimmsport voranzubringen, wurden in den Pausen Rugby-Spiele im Wasser veranstaltet. Aus diesen Showevents entwickelten sich mit der Zeit die ersten Frühformen des Wasserballspiels. Hierbei musste ein Ball auf die gegenüberliegende Seite des Spielfeldes transportiert werden und dort z.B. auf einem Floß oder einem Boot abgelegt werden.

 

1874 wurde dann in einem Londoner Hallenbad ein solches Spiel durchgeführt, bei dem zum ersten Mal anstelle einer gefüllten Schweineblase ein luftgefüllter Gummiball zum Einsatz kam. Diese Bälle kamen aus Indien und wurden „pulu“  genannt, was das indische Wort für Ball ist. Dies erklärt auch den Namen Waterpolo, der sich einfach aus water pulu entwickelte.

 

Da es bei diesen ersten Spielen keine Regeln bzw. Schiedsrichter gab, erinnerten die damaligen Spiele eher an Ringkämpfe als an heutige Wasserballspiele. Sie wurden mit äußerster Härte geführt, wodurch es oftmals zu schweren Verletzungen kam. Da diese Brutalität mit der Zeit immer unbeliebter wurde, versuchte man sich auf allgemeine Spielregeln zu einigen. All diese Versuche scheiterten jedoch bis sich 1884 britische und schottische Schwimmclubs in Burton-on-Trent trafen und gemeinsame Regeln festlegten. Der schottische Associated Swimming Club of Glasgow versuchte diese Regeln weiterzuentwickeln und führte einen Voll-Lederball ein. Das Spiel bekam daraufhin den Namen „Hardball Water Polo“. Eine weitere Neuerung, die Folgen haben sollte, war die Einführung von Torpfosten. Durch diese Innovationen veränderte sich das Spieles von Grund auf, der Ball musste nun nicht mehr abgelegt, sondern konnte stattdessen geworfen werden. Dadurch wurde das Spiel schneller und trickreicher, was  zu einer raschen Verbreitung beitrug.

1885 erkannte der englische Schwimmverband das Wasserballspiel als eigenständige Sportart an, wodurch einheitliche und allgemeingültige Regeln festgelegt wurden. Diese Regeln bestanden aus elf Punkten:

  1. Wettkampfdauer: 20 Minuten.
  2. Die Kapitäne einigen sich oder losen über die Wahl des Tores
  3. Bei Spielbeginn wirft der Schiedsrichter den Ball in die Mitte des Spielfeldes. Dann sollen alle Spieler sofort ins Wasser springen, mit Ausnahme der beiden Torwarte. Die Torwarte können am Ufer bleiben und ihr Tor verteidigen, wie sie wollen.
  4. Die Spieler können einander beim Angriff auf das Tor des Gegners den Ball über oder unter dem Wasser übergeben.
  5. Der Torwart darf weder im Wasser noch außerhalb des Wassers behindert werden, ebenso wenig ein anderer Spieler, ausgenommen, wenn sich der Ball in seinem Besitz befindet. Wenn ein Spieler gegen diese Regeln verstößt, erhält der Gegner einen Freiwurf, den er an der Stelle ausführt, an der der Regelverstoß begangen wurde.
  6. Ein Tor wird erzielt, indem der Spieler den Ball mit der Hand auf einem Floß bzw. Boot ablegt.
  7. Verlässt der Ball während des Spieles das Spielfeld, so wirft ihn der Schiedsrichter von jener Stelle, wo er das Spielfeld verlassen hat, zurück. Wenn der Ball über dem Floß oder dem Kahn das Spielfeld verlässt oder darauf fällt, muss ihn der betreffende Torwart sofort in das Spielfeld zurückwerfen.
  8. Auf jeder Seite steht ein Linienrichter. Wenn eine Mannschaft ein Tor erzielt, pfeift der betreffende Linienrichter und von diesem Augenblick an pausiert das Spiel.
  9. Die Mannschaften wechseln in der Halbzeit die Tore.
  10. Wenn ein für den Wettkampf genannter Spieler am Spiel nicht teilnimmt, verliert er alle Preise, die er bei einem Schwimmwettkampf vor diesem Match gewonnen hat oder beim darauf folgenden Wettkampf gewinnen würde.
  11. Die Linienrichter - oder in einem strittigen Fall der Schiedsrichter - haben das Recht, in allen Fällen zu entscheiden, die in den Regeln nicht vorgesehen sind.

Die nächsten wichtigen Regeländerungen wurden 1887 beschlossen. Ab sofort waren das Fangen mit zwei Händen und das Unterwassertunken des Balls, sowie das Stehen auf dem Grund verboten.

 

1890 schaffte der Wasserballsport den Sprung über den Atlantik und wurde in den USA eingeführt. Aufgrund der dort kleineren Hallenbäder passten die Amerikaner die Spielregeln den dortigen Gegebenheiten an. So gab es dort keine Tore, sondern lediglich Markierungen an den Hallenwänden. Ein Tor konnte nicht durch einen Wurf erzielt werden, sondern nur, indem die Spieler den Ball gegen die Markierungen drückten. Letzten Endes setzten sich allerdings die „englischen“ Regeln durch. Zu welchen auch bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris gespielt wurde, dort war Wasserball erstmals als olympische Disziplin vertreten. Der erste Olympiasieger hieß damals England.

 

1908 wurde der Internationale Schwimmverband (FINA) gegründet, welcher 1911 die englischen Regeln für alle ihm angeschlossenen Länder für verbindlich erklärte.

 

Über die Jahre entwickelte sich Wasserball sowohl durch Regeländerungen wie auch durch technische Verbesserungen grundlegend. Der ungarische Wasserball Trainer Béla Komjádi führte beispielsweise 1928 den “Luftpass” oder auch „Trockenpass” genannt ein. Bei dieser Technik wird der Ball direkt von einem Spieler zum anderen gespielt ohne den Ball auf dem Wasser abzusetzen. Dies war zuvor unüblich, führte allerdings zu einem dynamischeren Angriffsspiel. Darauf aufbauend dominierten die Ungarn das Wasserballspiel für beinahe 60 Jahre und zählen auch heute noch zu den stärksten Wasserballnationen der Welt.

Um das Spiel weiterzuentwickeln nahm das Satzungsorgan des Wasserballsports der International Waterpolo Board (gegr. 1927) im Jahr 1950 bedeutende Änderungen an den Spielregeln vor. Eine wesentliche Änderung war, dass das so genannte Standspiel aufgehoben wurde. Es war nun erlaubt, sich während des ganzen Spiels auch während der Unterbrechungen (insbesondere bei Ausführung des Freiwurfes) zu bewegen. Dadurch wurde das Spiel interessanter, da es nicht mehr soviel aktionslose Zeiträume gab.

Die nächsten Änderungen wurden 1960 nach den Olympischen Spielen in Rom eingeführt. Ein Spiel dauerte jetzt vier mal fünf Minuten. Nach jedem Viertel wurden die Seiten gewechselt. Zu einer Mannschaft gehörten 11 Spieler, die jedoch nur in der Viertelpause ausgewechselt werden durften.

 

In den folgenden Jahrzehnten wurden die Regeln weiter ausgebaut – so wurde z. B. die Spielzeit verlängert während die Angriffs- und Ausschlusszeit verkürzt wurden. Die aktuellen Regeln können Sie auf unserer Homepage nachlesen.

 

Zusammengetragen von Walter Roscher

 

Regeln Wasserball

 

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